Eames Hang-It-All
Charles & Ray Eames — Herman Miller, USA
Vierzehn bunte Holzkugeln auf einem weißen Drahtgestell verwandelten 1953 einen simplen Garderobenhaken in eines der fröhlichsten Wandobjekte der amerikanischen Nachkriegsmoderne.
Mehr als eine Garderobe
Der Hang-It-All besteht aus vierzehn bunten Holzkugeln, die auf einem weißen, gebogenen Drahtgestell montiert sind und als Aufhänger für Mäntel, Taschen und Mützen dienen. Was als rein funktionales Aufbewahrungsobjekt gedacht war, wurde durch seine kindliche, fast spielerische Formensprache zu einem eigenständigen Wandkunstwerk, das Funktion und Freude miteinander verband.
Für Kinder gedacht, für alle geliebt
Charles und Ray Eames entwarfen den Hang-It-All 1953 ursprünglich mit Kindern als Zielgruppe im Sinn — als niedrig angebrachte Garderobe, an der auch kleine Hände mühelos ihre Jacken und Mützen aufhängen können. Die kräftigen Farben und die runde, ungefährliche Form der Holzkugeln waren bewusst kindgerecht gestaltet, fanden jedoch schnell auch bei Erwachsenen Anklang, die das Objekt als eigenständiges Deko-Element für den gesamten Haushalt entdeckten.
Wiederverwendung von Materialtechniken
Konstruktiv griffen die Eames auf ihre Erfahrung mit Drahtgestellen zurück, die sie bereits für andere Möbelentwürfe wie den Eames Wire Chair entwickelt hatten. Die bunten Holzkugeln wurden separat gedrechselt und lackiert, bevor sie auf die Drahtenden aufgesteckt wurden — eine einfache, aber effektive Fertigungsmethode, die auch heute noch weitgehend unverändert angewendet wird.
Ein Nebenprodukt der Eames-Möbelphilosophie
Der Hang-It-All entstand in einer Phase, in der Charles und Ray Eames systematisch untersuchten, wie sich alltägliche Haushaltsgegenstände mit denselben Materialien und Fertigungsprinzipien gestalten ließen, die sie bereits für ihre bekannteren Möbelstücke nutzten. Diese Herangehensweise, Design nicht auf große Möbelstücke zu beschränken, sondern auch kleinere Alltagsobjekte konsequent zu durchdenken, war charakteristisch für das gesamte Schaffen des Ehepaars.
Vom Kinderzimmer ins Museum
Der Hang-It-All gehört heute zu den Sammlungen bedeutender Designmuseen und wird von Herman Miller weiterhin in seiner ursprünglichen Form produziert. Er gilt als Beispiel dafür, wie ein scheinbar simples, für Kinder gedachtes Objekt zu einem generationenübergreifenden Design-Klassiker werden kann, der ebenso in Museumssammlungen wie in Kinderzimmern seinen Platz findet.
Ein Statement für Mid-Century und Pop Art
Der Hang-It-All funktioniert in Mid-Century-Interiors als spielerischer Akzent neben ruhigeren Holzmöbeln, ebenso wie in Pop-Art-Räumen, wo seine kräftigen, primären Farben mit anderen grafischen Elementen harmonieren. In beiden Kontexten bringt er eine unbeschwerte, fröhliche Note in den Raum.
Der Hang-It-All im heutigen Interior
Im Eingangsbereich oder Flur montiert, übernimmt der Hang-It-All zuverlässig seine ursprüngliche Funktion als Garderobe, während er gleichzeitig als Wandobjekt für sich steht. In einem Kinderzimmer montiert, bleibt er seiner ursprünglichen Zielgruppe treu und funktioniert dort ebenso gut wie in einem erwachsenen Eingangsbereich.
Ateliology Style Verdict
Der Hang-It-All beweist, dass auch ein für Kinder gedachtes Alltagsobjekt zu einer bleibenden Design-Ikone werden kann. Über siebzig Jahre nach seiner Entstehung bleibt er ein Statement dafür, dass Funktion und Freude sich nicht ausschließen müssen. Genau das macht den Hang-It-All zu einem echten Style Piece.